Orte der Erinnerung

Grußworte

Es gehört zum wesentlichen Konsens unserer demokratischen Gesellschaft und unserer politischen Kultur, uns mit der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft stets aufs Neue zu beschäftigen. Wir brauchen den Blick zurück, um unsere Verantwortung für das Geschehene und die Bedeutung der Vergangenheit für die Gestaltung der Zukunft zu erkennen.

Das Netzwerk Erinnerung und Zukunft hat es sich mit großem Einsatz zur Aufgabe gemacht, die Erinnerungskultur in der Region Hannover zu fördern. „Orte der Erinnerung" der vorliegende „Wegweiser zu Stätten der Verfolgung und des Widerstands während der NS- Herrschaft in der Region Hannover", ist ein sichtbares Ergebnis dieser Anstrengung und dient dem Aufzeigen und dem Vernetzen von Gedenkorten.

Die Bedeutung eines solchen Wegweisers ist gerade deshalb nicht zu unterschätzen, da wir alle uns in einer Zeit des Generationenwechsels befinden - in einer Zeit des Übergangs von der persönlichen Erinnerung an erlebtes Schicksal hin zur gesellschaftlichen Diskussion über Überliefertes. Unsere Erinnerungskultur befindet sich im Wandel, und darum brauchen wir Gedenkorte, die gerade junge Menschen für die Zerbrechlichkeit von Freiheit und Rechtstaatlichkeit sensibilisieren und zum Handeln auffordern. Gegen Rassismus, gegen Antisemitismus und gegen jede Form von Rechtsextremismus.

Mein ausdrücklicher Dank gilt all jenen, die mit ihrem Einsatz und ihrem historischen Sachverstand diesen Wegweiser möglich gemacht haben. Möge er auf ein breit gefächertes Interesse in der Öffentlichkeit stoßen und mit dazu beitragen, eine neue und intensivere Kultur des gesellschaftlichen Erinnerns und Gedenkens zu entwickeln.

Hauke Jagau
Präsident der Region Hannover

 

Die Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in unserer Stadt darf nicht vergessen werden. Dennoch rückt dieser Teil unserer Vergangenheit immer wieder in den Hintergrund des kollektiven Bewusstseins – ebenso wie die Schicksale der betroffenen Menschen.

Das Netzwerk Erinnerung und Zukunft bemüht sich, diesem Phänomen wirksam zu begegnen und legt jetzt  „Orte der Erinnerung“ vor – einen Wegweiser zu Stätten der Verfolgung und des Widerstands während der NS-Herrschaft in der Region Hannover.

Dieser Wegweiser durch die städtische und regionale Topografie des Terrors ist ein geeigneter Weg, vor allem junge Menschen zu informieren und auch über den Tag hinaus zu interessieren für ein Thema, das heute und auch morgen große Aufmerksamkeit im Sinne von Hinsehen und Gesicht zeigen erfordern wird.

Immer wieder agieren rechtsextreme Gruppierungen, ja sogar Parteien, mit rassistischen und menschenverachtenden Parolen, die in einer demokratischen Gesellschaft keinen Platz haben.

Mit diesem Wegweiser wird das Bild unserer nationalsozialistischen Vergangenheit schärfer. Er gibt uns Anhaltspunkte und Denkanstöße und hilft, die vorgestellten Orte des Gedenkens historisch einzuordnen. Darüber hinaus trägt er dazu bei, den Blick zu sensibilisieren für das eigene Leben, das eigene soziale und politische Umfeld. Zukunft braucht Erinnerung!

Das Zusammenwirken der Gruppen, Initiativen, Vereine und Institutionen im Netzwerk Erinnerung und Zukunft ist insbesondere deshalb sehr wertvoll, weil sich hier private und öffentliche Akteure gemeinsam der Erinnerungskultur widmen. Vor allem für die umfangreiche Recherchen und die detaillierte Arbeit gebührt ihnen besonderer Dank.

Stephan Weil
Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover