


Seit mehreren Jahren beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler der KGS Hemmingen mit dem Schicksal der Sinti in der Region Hannover.
Angeregt wurde dieses Interesse durch Schulbesuche von Frau Berta Weiß vom Niedersächsischen Verband deutscher Sinti, die als Zeitzeugin über den Nationalsozialismus und die Nachkriegszeit berichtete. Frau Weiß hatte es sich zur Lebensaufgabe gemacht, über die im Nachkriegsdeutschland oft vergessenen Verbrechen, die an Sinti und Roma während der Zeit des Nationalsozialismus begangen worden waren, aufmerksam zu machen und entgegenzuwirken, dass diese Opfer des Naziregimes übersehen und vergessen werden. Nach dem Tode von Frau Weiß setzt ihre Tochter Frau Ramona Richter diese Arbeit fort.
(zu sehen im Kurzbeitrag)
Durch die persönliche Integrität und Überzeugungskraft von Frau Weiß hat sich aus diesen Kontakten ein festes Interesse entwickelt, aus dem mehrere Schulprojekte erwachsen sind.
Ein Projekt beschäftigt sich mit dem Leben im hannoverschen Sammellager für „Zigeuner“, welches 1938 im Altwarmbüchner Moor eingerichtet worden war und von wo aus im März 1943 viele Familien in das „Zigeunerfamilienlager“ im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau transportiert wurden.
In diesem Projektbeispiel ( zu sehen im Filmbeitrag auf der Internetseite) erzählt eine Schwester von Berta Weiß über Leben und Überleben im Lager Altwarmbüchen.
Die Schulprojekte wurden und werden von Schülerinnen und Schülern verschiedener Jahrgänge und Schulzweige überwiegend in den Fächern Geschichte und Religion erstellt.
Zur Zeit beschäftigen sich Schüler mit der Lebensgeschichte eines Sintimädchens, welches 1943 als Waisenkind aus seiner Adoptivfamilie herausgerissen und nach Auschwitz in den Tod geschickt wurde. Diese Dokumentation wird im nächsten „Zug der Erinnerung“ ausgestellt.
Ein anderes Projekt behandelt die Nachkriegsgeschichte der Sinti. Hier werden die Ergebnisse im Herbst im Historischen Museum zu sehen sein.