Netzwerk Erinnerung+Zukunft in der Region Hannover

Förderverein Gedenkstätte Ahlem e.V.
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Gestapo-Täter

Ruldolf Batz, Jurist,
Leiter Gestapo Hannover bis 1943

Unter seiner Verantwortung wurden von Dezember 1941 bis Juni 1943
2.200 Juden aus dem Bereich der Gestapoleitstelle über Ahlem nach Riga, Warschau, Auschwitz und Theresienstadt deportiert. Batz lebte nach Kriegsende längere Zeit unter Falschnamen unbehelligt in Bielefeld. 1960 wurde er festgenommen und beging 1961 in der Untersuchungshaft Suizid.

Johannes Rensch,

Oberregierungsrat und SS-Obersturmbannführer, Leiter Gestapoleitstelle Hannover 1943 – 1945.

NSDAP-Mitglied seit 1931 („alter Kämpfer“). Verantwortlich für mindestens 59 Hinrichtungen in der Laubhütte in Ahlem. Betreiber der Selektion von 154 Gestapohäftlingen, die am 6. April 1945 auf dem Seelhorster Friedhof erschossen wurden. Nach dem Krieg untergetaucht. Vom Kreisgericht-Dresden 1969 für tot erklärt.

Heinrich Joost, Kriminalkommisar, ab 1943 Leiter des Ostarbeiterreferats der Gestapo Hannover.
Joost hat die Gestapomitarbeiter in Ahlem angetrieben, die Häftlinge zu foltern und hat sich auch selbst an Misshandlungen beteiligt. Von Rentsch mit der Durchführung der Seelhorster Erschießungen beauftragt, drückte er sich unter einem Vorwand um das Kommando.
Joost wurde 1948 von einem britischen Militärgericht und 1950 vom Spruchgericht Bielefeld zu insgesamt drei Jahren Gefängnis verurteilt, von denen er aber nur 22 Monate absitzen musste.
Der Gestapobeamte Reinhold Plünnecke, der an seiner Stelle bei den Seelhorster Erschießungen das Kommando übernommen hatte, wurde 1946 von einem britischen Militärgericht in Braunschweig mit zwei weiteren Angeklagten zum Tode verurteilt. Während die beiden Mitverurteilten 1947 hingerichtet wurden, wurde Plünneckes Strafe später in lebenslänglich, dann in 15 Jahre Haft umgewandelt, schiließlich 1954 amnestiert.

Wilhelm Nonne,

zusammen mit dem Gestapobeamten Hans Bremer übte er eine Schreckensherrschaft in den hannoverschen Judenhäusern aus.

In Ahlem hat er die Häftlinge in brutalster Weise misshandelt. Nach dem Krieg wurde er in zwei Prozessen zu insgesamt sieben Jahren Gefängnis verurteilt.