Netzwerk Erinnerung+Zukunft in der Region Hannover

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Dr. med. Fritz Frensdorff. Quelle: Ruti Frensdorff, Tel Aviv
Der verlegte Stolperstein, Lange Laube 18. Quelle: DIG Arbeitsgemeinschaft Hannover

Dr. Fritz Frensdorff
Jg. 1889
Flucht in den Tod
12.02.1938

Lange Laube 18 (Mitte)

Biographische Daten

20. Juni 1889
Fritz Frensdorff wird in Hannover geboren.

1906
Fritz besucht die höhere Schule und macht Abitur am Lyceum II (Goethegymnasium). Er studiert Medizin in Freiburg und München.

1912
Fritz Frensdorff aus Hannover besteht das medizinische Staatsexamen in München.

1913
Er erhält in Berlin die Approbation (Zulassung als Arzt).

1914-1918
Im Ersten Weltkrieg wird der 25jährige Frensdorff Soldat. Er arbeitet anfangs in einem Lazarett. Als Bataillonsarzt im Reserve-Infanterie-Regiment 60 wurde er mit dem Eisernen Kreuz II. und I. Klasse ausgezeichnet. Nach Kriegsende und Entlassung aus dem Heer praktiziert er an der Universitäts-Kinderklinik in Göttingen und an einem Kinderkrankenhaus in Berlin.

1921
Er promoviert an der Universität Berlin und holt sich damit den bei Kriegsbeginn verschobenen Titel des Dr. med., mit dem er sich leichter selbständig machen kann.

August 1923
Dr. med. Fritz Frensdorff eröffnet in seinem Elternhaus, Kurze Straße 4, als Facharzt für Kinderkrankheiten seine Praxis.

1934
Familie und Praxis ziehen um in die Lange Laube 10 (heute 18). Inzwischen hat der Kinderarzt selbst eine Familie gegründet. Mit Ehefrau Anna, geb. Eichelbaum, hat er zwei Söhne, Justus und Reinhold. Dr. med. Fritz Frensdorff wird mehrfach von nationalsozialistischen Schlägern angegriffen und schwer misshandelt.

12. Februar 1938
Dr. med. Fritz Frensdorff tötet sich in Berlin im Alter von 48 Jahren. Er wird begraben auf dem jüdischen Friedhof an der Strangriede. Sein Grab ist erhalten.

Februar 1939
Witwe Anna Frensdorff gelingt mit ihren beiden Söhnen die Ausreise aus Deutschland. Sie lassen sich in Palästina nieder.

Biographische Daten nach: Peter Schulze: Namen und Schicksale ermordeter jüdischer Ärzte (2008), hier: S.14.

Hinweise

Dr. med. Fritz Frensdorff wird nicht genannt im: Gedenkbuch. Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, Bundesarchiv, Koblenz 2. Auflage 2006.

Gedenkort in Hannover mit dem Namen von Dr. med. Fritz Frensdorff: Mahnmal an der Oper, errichtet 1994.

Weiterer Gedenkort in Hannover mit Namen und Bild von Dr. med. Fritz Frensdorff: Denkmal in der Ärztekammer für 15 jüdische Ärztinnen und Ärzte, die mit ihren Angehörigen Opfer der Verfolgungen und des Massenmords wurden, Standort: Ärztehaus, Foyer, eingeweiht 2008. Vgl. die Broschüre: Erinnerung und Gedenken. Jüdische Ärzte in Hannover. Arbeitskreis "Schicksale jüdischer Ärzte in Hannover", Ärztekammer Niedersachsen. Hannover 2008, bes. S. 14.

Dokument im Stadtarchiv: Einwohnermeldekarte.

Denkmal für die jüdischen Ärztinnen und Ärzte Hannovers 28 a

Informationsblatt des Stadtarchiv Hannover (PDF)

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