Schulprojekte bis 2009

Emma Blumenthal und Gustav Italiener

Stolperstein in der Poststraße 2 für Emma Blumenthal und Gustav Italiener

Das Gebäude der Poststraße 2, die heutige Kulturwerkstatt, war früher die Synagoge der jüdischen Gemeinde in Burgdorf. Als die Synagoge in Burgdorf verbrannt werden sollte verhinderte der Feuerwehkommandeur Adolf Michelsen dies mit dem Grund, dass die naheliegenden Häuser in Brandgefähr wären. In der Synagoge befand sich auch eine Schule, ab 1941 war sie das Domizil der Hitler Jugend. Von 1944 bis 1956 wurde sie als Volksbücherei genutzt. Seit 2008 befindet sich hier die Kulturwerkstatt.

In diesem Gebäude lebte Gustav Italiener, der am 23. September 1884 hier geboren wurde. Er war verheiratet mit Friederike Italiener, geb. Heinmann, die in Lüdge geboren wurde, aber in Burgdorf verwurzelt war. Gustav wird sie wahrscheinlich kennengelernt haben, als sie zu Besuch bei ihren Großeltern war. Er lebte mit seiner Frau und den 1925 und 26 geborenen Söhnen Gerhardt und Henri in Hamburg. Gustav war von Beruf Kaufmann, er und seine Familie waren auf der Flucht nach Belgien. Allerdings wurden sie dort gefangen genommen und nach Auschwitz deportiert, wo sie ermordet wurden.

Außerdem lebte hier noch Emma Blumenthal, die am 19. Septmber 1855 auch hier im Haus geboren wurde. ihr Vater Pinchus Jacob Hirsch war Lehrer. Ihre Mutter hieß Pauline Blumenthal, geb. Rosenberg. Emma Blumenthal war unverheiratet und lebte in ihrem Elternhaus. Zudem wohnte sie 1940 zweimal für kurze Zeit bei ihrer Schwester Ida Blumenthal (Louisenstraße 4). Von Kassel aus ist sie am 7. September 1942 im Alter von 87 nach Theresienstadt deportiert und dort am 9. Oktober 1943 ermordet worden.