

Wie alles anfing …
Drei Lehrerinnen von Südstadt-Schulen (Elsa-Brändström-Schule, Peter-Petersen-Schule und Tellkampfschule) machten zusammen die Zusatzausbildung im Fach „Darstellendes Spiel“ und hatten den Einfall, mit Schüler/innen der drei Schulen ein Theaterstück zur Geschichte der Südstadt entwickeln und aufführen zu wollen. – Das war die Idee, - dann der Schulalltag mit Raumproblemen, Klassen- und Prüfungsarbeiten, überforderten Schülern und überlasteten Lehrkräften. Das alles zwang dazu, „abzuspecken“.
Es sind nun zwei und nicht drei Schulen die Peter-Petersen-Schule und die Telkampsschule, unter der Leitung von Gitta Metzler (Peter-Petersen-Schule) und Gerlinde Griepenburg-Burow (Telkampfschule) am Endergebnis beteiligt.
Am Anfang stand ein Aufruf in der HAZ, dass sich Zeitzeugen, die aus ihrem Leben in der Südstadt berichten konnten, melden sollten, um die Lehrkräfte und Schüler/innen des Projektes mit Geschichten, Erfahrungen und Hintergrundwissen zu versorgen. Aus Zeitgründen, aber auch wegen der emotionalen Belastung für die jungen Schüler, konnten nur einige der geplanten Interviews mit Zeitzeugen durchgeführt werden, was alle Beteiligten vor dem Hintergrund der großen Resonanz sehr bedauern.
Es folgte einige „Stippvisiten“ im Stadtarchiv zur weiteren Vertiefung, wobei aus Zeitgründen nicht alle Materialien bearbeitet werden konnten, so dass noch viele interessante Akten in den Räumen des Archivs auf ihre Auswertung warten.
Das Stück ist so aufgebaut, dass der Großteil der Szenen auf die beiden Schulen aufgeteilt und getrennt einstudiert wurden, nur einige Schlüsselszenen werden von Schüler/innen beider Schulen zusammen gespielt, so dass das Gesamtergebnis wie ein Puzzle zusammengesetzt wurde.
Das Stück ist eine Reise durch die Vergangenheit, angefangen zur Zeit der ersten Besiedlung Hannovers, übers Mittelalter, hin zum Nationalsozialismus und endet in der heutigen Zeit. Dabei wurden sowohl alte Sagen als auch Geschichten einiger ehemaliger Bewohner der Südstadt integriert.
Besonders die Geschichte der Schwestern Ruth und Ursula Jacobs, zweier jüdischer Mädchen, welche von den Nationalsozialisten deportiert worden waren, hat allen Beteiligten gezeigt, wie das System des NS Menschen aus ihrer Umgebung, von Freunden und Verwandten herausgerissen und damit ihrer Menschlichkeit und Würde beraubt hat.
Die Schüler/innen der Schulen haben eindruckvoll gezeigt, dass die Geschichte der Südstadt, mit all ihren verschiedenen Gesichtern, nicht in Vergessenheit geraten ist. Sie haben damit vor allem den Verfolgten des Nationalsozialismus ihren Respekt erwiesen und ihnen ein würdevolles Gedenken ermöglicht.