Netzwerk Erinnerung+Zukunft in der Region Hannover

Förderverein Gedenkstätte Ahlem e.V.
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Gebäude des ehem. Verband der Fabrikarbeiter in der Nähe des Opernplatz. Quelle: Archivfoto IG Chemie-Papier-Keramik, Hannover
Willy Scheinhardt (links) im Jahre 1931 mit Claas de Jonge, damaliger Sekretär der Fabrikarbeiter-Internationale. Quelle: Archivfoto IG Chemie-Papier-Keramik, Hannover
Günter Demnig vor der Verlegung des Stolpersteins. Quelle: Stefan Schostok

Willy Scheinhardt
Jg. 1892
verhaftet Jan. 1936
Gestapogefängnis Hildesheim
gefoltert
tot 6.10.1936

Rathenaustraße (neu: An der Börse) 3 (Mitte)

Ausgewählte Daten

10 Januar 1892
Carl Willy Scheinhardt wird als Sohn eines Bergarbeiters in Etzdorf/Mansfelder Seekreis (Provinz Sachsen) geboren. Abschluss der Volksschule. Arbeit in chemischen Fabriken als ungelernter Hilfsarbeiter. Er tritt 1908 der Gewerkschaft bei und 1910 in die SPD Bitterfeld ein.

Um 1900
Das Gebäude wird für das Bankhaus Bartels errichtet, Architekt ist Friedrich Geb; 1910 Umbau der Dachzone mit Erweiterung des Fassadenschmucks von Oswald Rommel.

1925 – 1933
Willy Scheinhardt wird als Gauleiter des Fabrikarbeiterverbandes in Hannover tätig

Februar 1930
Der Fabrikarbeiterverband erwirbt das Haus als erstes eigens Verbandsgebäude überhaupt. Bis dahin befand sich hier eine Filiale der Berliner Diskonto-Bank. Willy Scheinhardt, seine Ehefrau Emma (geb. Gerig), die am 14. Oktober 1924 geborene Tochter Gerda, der Reichstagsabgeordnete und Sekretär der Tarifabteilung Richard Partzsch sowie der Hausmeister Willy Krahtz ziehen ein.

Jan. 1936
Die Gestapo zerschlägt die Widerstandsgruppe „Sozialistische Front“. Auch Willy Scheinhardt wird in Hannover verhaftet. Im Gestapo-Gefängnis Hildesheim bleibt er unter dem Vorwurf des Hochverrats in Haft.

6. Okt. 1936
Willy Scheinhardt stirbt an den Folterungen durch die Gestapo.

14. Okt. 1936
Urnenbeisetzung auf dem Friedhof Hannover-Ricklingen.


Das Exilorgan der SPD, der “Neue Vorwärts“ berichtet am 8. November 1936:

„Der frühere Gauleiter des Deutschen Fabrikarbeiterverbandes, der Genosse Willy Scheinhardt, ist Anfang Oktober den Misshandlungen durch die Gestapo erlegen und am 14. Oktober in aller Stille eingeäschert worden. Der Genosse Willy Scheinhardt, der jetzt im Alter von 44 Jahren einen so grausamen Tod erleiden musste, hat von früher Jugend an als Sozialdemokrat und Gewerkschafter selbstlos der Gesamtbewegung und ihren Zielen gedient; er ist auch nach Hitlers Machtantritt seiner sozialistischen Überzeugung treu geblieben und musste nun seine Treue zu unseren Ideen mit dem Leben büßen.--
Der Generalstaatsanwalt dokumentierte am 17. Oktober 1936, dass er zwischen dem 29.9. und 6.10.1936 zu Tode geprügelt worden ist, weil er „vermutlich kein vollständiges Geständnis abgelegt hat.““


Daten und Zitate aus:

• Heide Kramer: Ein sozialdemokratisches Widerstandskämpferschicksal: Willy Scheinhardt. Gauleiter des hannoverschen Fabrikarbeiterverbandes von 1925 bis 1933 - Hannover 2008 (WWW-Publikation: http://www.hagalil.com/archiv/2008/06/scheinhardt.htm)

Informationsblatt des Stadtarchiv Hannover (PDF)

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