Netzwerk Erinnerung+Zukunft in der Region Hannover

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Johann Trollmann auf dem Höhepunkt seiner Profi-Karriere beim Training in Berlin-Charlottenburg. Quelle: Manuel Trollmann
Johann Trollmann auf dem Höhepunkt seiner Profi-Karriere beim Training in Berlin-Charlottenburg. Quelle: Manuel Trollmann
Einweihung des Johann-Trollmann-Weg im Jahre 2004
Einweihung des Johann-Trollmann-Weg im Jahre 2004. Quelle: DIG Arbeitsgemeinschaft Hannover
Der verlegte Stolperstein für Johann Trollmann. Quelle: DIG Arbeitsgemeinschaft Hannover
Der verlegte Stolperstein für Johann Trollmann. Quelle: DIG Arbeitsgemeinschaft Hannover

Johann "Rukelie" Trollmann
Jg. 1907
ermordet 1944 im
KZ-Außenlager
Wittenberge

Heinrich Trollmann
gen. Stabeli
Jg. 1916
deportiert Auschwitz
ermordet 13.11.1943

Johann-Trollmann-Weg (Mitte)

Informationsblatt des Stadtarchiv Hannover zu Johann Trollmann (PDF)
Informationsblatt des Stadtarchiv Hannover zu Heinrich Trollmann (PDF)

Johann "Rukelie" Trollmann (1907 - 1944)

Deutscher Meister im Boxen, Halbschwergewicht, im Jahre 1944 im KZ-Außenlager Wittenberge erschlagen.

Hinweise betr. Neuengamme:
• Johann Trollmanns Name ist im vierbändigen Gedenkbuch der Gedenkstätte KZ Neuengamme aufgeführt.
• In der Ausstellung der Gedenkstätte KZ Neuengamme wird J. Trollmann mit einer eigenen Vitrine gewürdigt.
• Im Totenbuch der Krankenstation des KZ Neuengamme ist J. Trollmann mit dem Sterbedatum 09.02.1943 verzeichnet.

Hinweise betr. Hannover:
• Der Straßenname (siehe Foto) erinnert seit 2004 an ihn.
• Erinnerungsstein / Gedenkort für ermordete Sinti und Roma am Bahnhof Fischerhof (Linden).
• Gedenkort mit Erinnerungstafel im Altwarmbüchener Moor.
• „Aus Niedersachsen nach Auschwitz", Ausstellungskatalog. Bielefeld 2004 (mit Erwähnung anderer Familienschicksale).

Johann "Rukelie" Trollmann

Geboren wurde er am 27.12.1907 in Wilsche bei Gifhorn. Den Boxer sinto-deutscher Herkunft trainiert Erich Seelig, Trollmann entwickelt seinen eigenen tänzelnden Kampfstil.

1928 - Der Mittelgewichtler zählt zu den Kandidaten für die Olympischen Spiele in Amsterdam. Weil sein Verein BC Heros Hannover ihn aber nicht genügend unterstützt, schließt er sich dem Arbeiterclub Sparta Linden in Hannover an.

1932 - Der Völkische Beobachter, Parteiblatt der NSDAP, wettert, Trollmann boxe "nicht deutsch". Verfasser: Sportredakteur Ludwig Haymann.

Am 09.06.1933 wird Trollmann im Kampf gegen Adolf Witt Deutscher Meister im Halbschwergewicht. Der Titel wird ihm aberkannt.

2003 - Johann "Rukelie" Trollmann wird als Deutscher Meister im Halbschwergewicht in die „Riege der Deutschen Meister" aufgenommen. Ende 2003 übergibt der Deutsche Berufsboxverband symbolisch Trollmanns Meistergürtel an seine Verwandten Louis und Manuel Trollmann.

Im Vorfeld der Benennung "Johann-Trollmann-Weg" im Jahr 2004 konnte man in der Zeitung lesen:
„Der geplanten Benennung war eine öffentliche Debatte vorausgegangen. Nachdem Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg den Vorschlag zu einer Straßenbenennung gemacht hatte, war CDU-Ratsherr Dieter Küßner mit einer unausgereiften Idee an die Öffentlichkeit vorgeprescht: Der Vorplatz der AWD-Arena solle nach dem Boxer benannt werden. Nach Informationen der HAZ soll es anschließend 'massive Interventionen' gegeben haben. Unter anderem soll sich der Vorstand von Hannover 96 beschwert haben, schließlich sei die Arena ein reines Fußballstadion und kein Boxring. Auch soll es Überlegungen geben, den Namen für den Platz an einen Sponsor zu vergeben - da wäre Trollmann im Wege gewesen." HAZ, 06.03.2004, S.16.

Seit dem Jahr 2008 sind Todesdatum und -ort von Johann Trollmann nicht mehr eindeutig: Das Todesdatum von Johann Trollmann ist durch ein bisher unbekanntes Dokument, das im Archiv der Gedenkstätte KZ Neuengamme entdeckt wurde, "kompliziert" geworden. Als Todesdatum galt bisher der 09.02.1943 und als Todesort das KZ Neuengamme. Beleg hierfür war das Totenbuch des KZ Neuengamme.

Die neuere Deutung: Emil Cornelius, ein Kapo des KZ, erschlägt Trollmann 1944 in Wittenberge, Phrix-Werke, ein Außenlager des KZ Neuengamme. Vgl. Repplinger (2008), S.284, 288. Beleg hierfür ist der Zeugenbericht eines Häftlings, dem hohe Glaubwürdigkeit beigemessen werden muss.

Hinweise.
• Roger Repplinger: Leg dich, Zigeuner! Die Geschichte von Johann Trollmann und Tull Harder. München 2008.
• Hans Firzlaff: knock-out. Die Tragödie eines Sinti-Boxers. Hannover 1997.
• Informationen und Fotografien auf der Internetseite des Großneffen Manuel Trollmann: www.johann-trollmann.de

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