Netzwerk Erinnerung+Zukunft in der Region Hannover

Förderverein Gedenkstätte Ahlem e.V.
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30453 Hannover-Ahlem
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E-Mail: fv.ged.ahlem@t-online.de
Einwohnermeldekarte mit Angabe von Wohnungswechseln. Quelle: Stadtarchiv Hannover
Einwohnermeldekarte mit Angabe von Wohnungswechseln. Quelle: Stadtarchiv Hannover
Henriette Gottschalk. Quelle: Privatbesitz
Henriette Gottschalk. Quelle: Privatbesitz
Der verlegte Stolperstein für Henriette Gottschalk. Quelle: DIG Arbeitsgemeinschaft Hannover
Der verlegte Stolperstein für Henriette Gottschalk. Quelle: DIG Arbeitsgemeinschaft Hannover
Enkel Freddy Godshaw redet bei der Verlegung. Quelle: DIG Arbeitsgemeinschaft Hannover
Enkel Freddy Godshaw redet bei der Verlegung. Quelle: DIG Arbeitsgemeinschaft Hannover

Henriette Gottschalk, geb. Rothschild
Jg. 1849
deportiert 23.7.1942
KZ Theresienstadt
tot 20.10.1942

Heinrichstraße 25 (Oststadt)

Hinweise
• Gedenkbuch. Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, Bundesarchiv, Koblenz 2. Auflage 2006.
• Gedenkort in Hannover mit dem Namen von Henriette Gottschalk: Mahnmal an der Oper, errichtet 1994.

Lebensweg Henriette Gottschalks - im Spiegel der Einwohnermeldekarte im Stadtarchiv:
Letzte Eintragung zu Lebzeiten Henriette Gottschalks: „23.7.1942 Theresienstadt abgeschoben".

Der Enkel Freddy Godshaw (85) ist am 13.11.2008 zur Verlegung des Stolpersteins aus England angereist

Er hat eine kleine Rede vorbereitet. Für „Großmama Gottschalk". Er berichtet von Himbeersaft und Stricklieseln, vom Wolf und den sieben Geißlein und von dem groben Zeitungspapier, das bei seiner sparsamen Oma immer auf dem Klo lag. Henriette Gottschalk ist für ihn die Frau, die mit winzigen Bleistiftstummeln schrieb, die Goethe und Schiller zitierte, Märchen erzählte - und mit 93 Jahren in Theresienstadt ermordet wurde. „Ihre Telefonnummer habe ich noch immer im Kopf, nach all den Jahren", sagt er. Godshaw hat viele Erinnerungen an die Stadt, in der er 1923 als Adolf Gottschalk geboren wurde und in der er später offiziell „Adolf Israel Gottschalk" hieß. „Kurioser Name", wie er mit sehr britischem Augenzwinkern sagt. Er weiß noch, wie in der Hindenburgschule alle „Heil Hitler!" riefen und der Direktor bei einer Schulversammlung alle Juden aufforderte, den Saal zu verlassen.

Als Uhrmacherlehrling fuhr er mit dem Fahrrad an der brennenden Synagoge vorbei, an jenem 10. November 1938, als der SA-Mann Möbel aus dem Fenster des Hauses warf, in dem sein Freund Wolfgang wohnte. „Mein Vater wurde verhaftet, after the Kristallnacht", sagt Godshaw, der längst besser Englisch als Deutsch spricht. „Nach drei Wochen kam er aus Buchenwald zurück, er hat sich nie wieder richtig davon erholt." Kurz vor Kriegsbeginn konnte die Familie nach England fliehen.

Sie kam in ein Internierungslager auf der Isle of Man, wo Godshaw einen anderen Emigranten aus Hannover traf. „Kurt Schwitters sprach von der Eilenriede, erzählte Witze und zeichnete mich", sagt er. Die Skizze hat er noch. „Der Stolperstein ist auch ein Ersatz für das Grab, das sie nie bekam", sagt Freddy Godshaw. „Wenn die Leute ihn sehen, sollen sie sich fragen, wie es dazu kommen konnte, dass man eine 93-jährige Frau ermordet hat."
(HAZ, 14.11.2008, S.18)

Informationsblatt des Stadtarchiv Hannover (PDF)

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