Netzwerk Erinnerung+Zukunft in der Region Hannover

Förderverein Gedenkstätte Ahlem e.V.
Heisterbergallee 10
30453 Hannover-Ahlem
Telefon: 0511 47 39 76 98
E-Mail: fv.ged.ahlem@t-online.de

Tagung 26. + 27. November 2006
• Bericht Netzwerktagung / November 2006

6.7.2006  Gründung Netzwerk Erinnerung und Zukunft Region Hannover

Guten Tag.
Herzlich willkommen zum Treffen des Netzwerks Erinnerung und Zukunft Region Hannover. Heute ist es endlich so weit, nach einen Gründungs- und Diskussionsprozess seit Anfang 2006 wird heute das Netzwerk offiziell gegründet.

Zu meiner Person: Mein Name ist Barbara Weber, ich bin mit meinem Büro, der Kulturwerkstatt vom Förderverein der Gedenkstätte Ahlem beauftragt das Netzwerk zu koordinieren. Um die Netzwerkarbeit zu charakterisieren, möchte ich vorab sagen, was ich nicht bin oder tue: Ich bin keine Sprecherin des Netzwerks, ich vertrete nicht die Interessen, der hier Versammelten – aus einem ganz einfachen Grund: Das Netzwerk ist kein neuer Interessenverband, es ist kein Verein, es gibt keinen Vorstand.

Das Netzwerk Erinnerung und Zukunft Region Hannover ist eine Arbeitsplattform für Personen, Initiativen, Institutionen, Vereine und Gruppen, die im Bereich der Erinnerungsarbeit aktiv sind und möchte nicht mehr und nicht weniger, als in der heute unterschiebenen Vereinbarung steht:


Präambel
Kern des Netzwerks ist die Förderung der Erinnerungsarbeit in der Region Hannover. Das Netzwerk soll dazu beitragen, dass sich in der Region Hannover dauerhaft mit den NS-Verbrechen als Menschheitsverbrechen auseinandergesetzt wird, dass Erfahrungen, Erlebnisse, Deutungen und Forschungsergebnisse an spätere Generationen weitergegeben werden und ihre Bedeutung auf die aktuelle Gegenwart bezogen wird, um sie lebendig zu erhalten.

Aufgaben des Netzwerkes
• Förderung und Entwicklung der Erinnerungsarbeit
• Regelmäßiger Informationsaustausch in Bezug auf die inhaltliche Arbeit der beteiligten Akteure
• Abstimmung von Projektvorhaben und Entwicklung gemeinsamer Projekte
• Gemeinsames  jährliches Veranstaltungsprogramm einschl. Gedenktage
• Herausgabe einer gemeinsamen Veröffentlichung: Broschüre/Internetportal
• Entwicklung eines Rahmenkonzeptes Erinnerung und Zukunft in der Region Hannover...



In diesem Raum ist sehr viel Verantwortung vertreten.

Zum einen diejenigen, die Kraft ihrer Aufgaben in den Gebietskörperschaften in Verantwortung sind für die Bereiche Gedenkstätten, Erinnerungsarbeit, Dokumentation, Forschung und Bildungsarbeit. Zum anderen diejenigen, die freiwillig als Bürgerinnen und Bürger im Bereich von Erinnerungsarbeit und Bildungsarbeit Verantwortung übernommen haben. Aus dieser Verantwortung ist bereits sehr viel entstanden. Eine Gedenkstätte, Gedenkorte, Forschungsarbeiten, Publikationen, Bildungs- Veranstaltungs- und Kulturarbeit, Verstehen und Verständigung. Wir fangen nicht an einem Punkt Null an, sondern greifen die vorhandenen Aktivitäten auf, um gemeinsam zu einer Verstärkung dieser Arbeit zu gelangen.

Deshalb ist neben der Verantwortung auch sehr viel Kompetenz in diesem Raum vertreten. Kompetenz in Bezug auf verschiedene inhaltliche Aspekte der Erinnerungsarbeit: Jüdische Geschichte, Geschichte der Sinti und Roma, Geschichte der Homosexuellen, Geschichte dieses Ortes, der israelitischen Gartenbauschule Ahlem, Geschichte der Verfolgung in Ahlem und Verfolgung bezogen auf die genannten Bevölkerungsgruppen, darüber hinaus, Forschung zum Thema Zwangsarbeit und zur Verfolgung von psychisch Kranken. Kompetenz in Bezug auf  Formen der Erinnerungsarbeit: Öffentlichkeits-, Veranstaltungs- und Bildungsarbeit. Erstellung von Ausstellungen und Publikationen.

Im Netzwerk haben sich sehr unterschiedliche Zeitalter der Erinnerung zusammengefunden, von der Zeitzeugin Ruth Gröne bis zu den Studenten der Fachschaft Sozialwissenschaften spannt sich ein weiter Zeithorizont, was mich persönlich besonders freut, denn es verankert Verständigung über drei Generationen. Die hier vertretene Erinnerungsarbeit ist vielfach und vielseitig an die junge Generation gerichtet und nicht nur auf Erinnerungsarbeit bezogen, sondern auf  Aspekte der gegenwärtigen Gesellschaft, etwa in Bezug auf das Verhältnis von Minderheiten und Mehrheiten oder in einer auf Respekt und Zusammenleben orientierten Arbeitsweise.

Mit einer Arbeit am Verstehen und an der Verständigung kann man die Schwerpunkte der Arbeit, die sich hier zusammenkommt sehr gut zusammenfassen, meine ich, hier vertreten sind Menschen, die den Dialog mit Zeitzeugen und Überlebenden lebendig halten, die viele Gespräche geführt und dokumentiert haben oder damit beschäftigt sind,  in öffentlichen Veranstaltungen Erinnerungsarbeit mit Zukunftsfragen zu verbinden und die Kulturarbeit der Region Hannover mitgestalten.Wir haben uns einiges vorgenommen, die nächsten Arbeitsschwerpunkte werden sein:

Tagung DIE ZUKUNFT DER ERINNERUNG IN DER REGION HANNOVER 25.+ 26.11.2006 im Pavillon
Broschüre und Internetplattform des Netzwerks zur Information über Gedenkorte, Gedenkstätte und Arbeitsansätze in der Region Hannover bis Frühjahr 2007

Wenn mir jemand vor einem Jahr gesagt hätte, dass wir heute dieses Netzwerk mit 25 Mitgliedern gründen, ich hätte es nicht für möglich gehalten. Deshalb danke ich allen, die dabei sind, für das Vertrauen in diesen Prozess und die aktive Mitarbeit.

Meine Kinder hatten früher ein Kinderbuch mit dem Titel "Wir können noch viel zusammen machen", in dem die Geschichte von einem Vogel, einem Schwein und einem Fisch erzählt wurde – also Vertreter ganz verschiedener Sphären – die zusammen einiges auf die Beine stellen und dabei große Hürden überwinden. An dieses Buch musste ich heute denken, als ich die Informationen zusammengestellt habe.

In diesem Sinne wünsche ich uns gute Ideen, gute Projekt und eine gemeinsame Arbeit, die Hürden überwindet, die Erinnerungsarbeit in der Region Hannover stärkt und zukunftsfähig macht.

Barbara Weber, Kulturwerkstatt für den Förderverein Gedenkstätte Ahlem