Orte der Erinnerung

Bild 11: Das Gebäude der ehemaligen Synagoge Burgdorfs am Tag der Einweihung der KulturWerkStadt am 21.08.2008 (Foto: Stefan Heinze www.stefanheinze.de)
Bild 11: Das Gebäude der ehemaligen Synagoge Burgdorfs am Tag der Einweihung der KulturWerkStadt am 21.08.2008 (Foto: Stefan Heinze www.stefanheinze.de)
Bild 12: Detail aus der Gedenktafel im Ratssaal des Schlosses (Foto: Stadt Burgdorf)
Bild 12: Detail aus der Gedenktafel im Ratssaal des Schlosses (Foto: Stadt Burgdorf www.burgdorf.de)

Burgdorf

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Gedenktafel ehemalige Synagoge
Jüdischer Friedhof

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Das 1811 gebaute Haus diente der Jüdischen Gemeinde als Synagoge und Schule mit Lehrerwohnungen. In der Reichspogromnacht 1938 wurde es nicht in Brand gesetzt, weil die Feuerwehr wegen des engen Altbaubestandes Einwände erhob. 1939 erwarb die Stadt Burgdorf das Gebäude. Anfangs als Geschäftsstelle für Hitler-Jugend (HJ) und Bund deutscher Mädchen (BDM) genutzt, wurde es in der Nachkriegszeit bis zum Jahre 1959 öffentliche Bücherei, bevor es 1961 weiterverkauft wurde. Im Jahr 2007 wurde das Haus von einem Burgdorfer Geschäftsmann gekauft, aufwändig restauriert und der Stadt Burgdorf langfristig als zweites Stadtmuseum vermietet. Bewirtschaftet und unter dem Namen KulturWerkStadt mit Ausstellungen belebt wird es durch den Verkehrs- und Verschönerungs-Verein e.V. VVV Burgdorf.

Die ehemalige Synagoge und der Jüdische Friedhof an der Uetzer Straße sind Stationen des alljährlich stattfindenden Gedenkweges zum 9. November. Der Friedhof umfasst 102 Grabsteine, die erste Beerdigung fand bereits 1694 statt. Während des Nationalsozialismus wurden fast 50 Grabsteine abgetragen. In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden hier unter Mitarbeit des örtlichen Gymnasiums Instandsetzungsarbeiten durchgeführt und die Geschichte des Friedhofs und einiger Grabstellen dokumentiert. Die Pflege des Friedhofs liegt beim Landesverband der jüdischen Gemeinden Niedersachsens.


Stolpersteine
Am 17. August 2006 wurden in Burgdorf die ersten sieben ‚Stolpersteine' gelegt, mit denen an jüdische Bürgerinnen und Bürger erinnert werden soll, die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung geworden sind. Weitere Stolpersteine wurden am 11. September 2007 und am 14. September 2008 verlegt. Jüdische Familien waren über Jahrhunderte in Burgdorf zuhause - bis zum Rassenwahn der Nationalsozialisten. Mehr als 50 Burgdorferinnen und Burgdorfer wurden Opfer der NS-Verfolgung. Sie traf Menschen in jedem Lebensalter. So gelang Henriette Gumperz, geb. Fels noch im Jahre 1939 die Emigration in die Niederlande. Nach der deutschen Besetzung wurde sie im November 1942 in das Lager Westerbork gebracht und von dort nach Auschwitz deportiert. Noch am Tag ihrer Ankunft wurde sie hier im Alter von 85 Jahren ermordet.

Im Rathaus I wurde im Jahre 2005 anlässlich des Gedenktages der Reichspogromnacht am 9. November 1938 die Ausstellung ‚DenkMäler - Häuser erinnern an Burgdorfer Juden' des freischaffenden Journalisten Stefan Heinze gezeigt. Dazu wurden 13 Fotos von Gebäuden der Burgdorfer Kernstadt gemacht, die während der Nazi-Diktatur vom Jahre 1933 an noch Wohn- oder Geschäftshäuser von jüdischen Bürgerinnen und Bürgern waren. Um auf die Ausstellung auch in Zukunft zurückgreifen zu können, wird sie dauerhaft im Rathaus I eingelagert. Dem Erinnern soll auch die erneuerte Gedenktafel an der ehemaligen Synagoge und eine bleibende Dokumentation aller Opfer im Schloss dienen. Der Arbeitskreis Gedenkweg 9. November bereitet  Arbeitsmaterialien für den Unterricht an allen Schularten vor.

Am 4. November 2008 wurde im Ratssaal des Schlosses der Gedenkfries mit den Namen der Burgdorfer Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung, gestaltet vom Flensburger Maler und Bildhauer Uwe Appold, enthüllt.

Literatur: 16 (Ein Burgdorfer Roman), 50, 56

Ausstellungsheft ‚Blickwechsel 725 Jahre Burgdorf - 315 Jahre jüdisches Leben' mit CD-Dokumentation ‚Juden in Burgdorf', erstellt von Schülern des Gymnasiums Burgdorf. Beides kann zum Schutzpreis von 7 Euro beim Bürgerbüro der Stadt bestellt werden.
Tel. (05136) 89 83 00

Auf der Internetseite der Stadt Burgdorf finden sich unter Geschichte: Jüdisches Leben zahlreiche Informationen und Dokumente zu drei Jahrhunderten jüdischen Lebens in der Stadt, zum Gedenkfries und zu verlegten Stolpersteinen: Link

Presseberichte zur Gedenktafel im Ratssaal des Schlosses (PDF): Link

Auf der Seite des Burgdorfer Fotografen Stefan Heinze befindet sich eine sehenswerte Fotogalerie "DenkMäler -Häuser erinnern an Burgdorfer Juden": Link

Unter Biografien A-Z finden Sie Biografien von verfolgten Jüdinnen und Juden der Stadt, die im Rahmen eines Projektes von Schülerinnen und Schülern aus Burgdorf erarbeitet wurden: Link

Auf der Karte zu finden unter:

3. Gedenktafel ehemalige Synagoge 4. Jüdischer Friedhof Stolpersteine

Ehemalige Synagoge, Poststraße 2, 31303 Burgdorf
Anfahrt: S-Bahnlinie S3 bzw. RE Richtung Celle, Bahnhof Burgdorf

Jüdischer Friedhof, Uetzer Straße, 31303 Burgdorf
Anfahrt: Buslinie 930 Richtung Uetze/An der Fuhse, Haltestelle Burgdorf/Hülptinger Weg

Kontakt:
Arbeitskreis Gedenkweg 9. November
Judith Rode
Flaatmoor 4
31303 Burgdorf
E-mail: Jurohde[at]gmx.de
Netzwerk-Mitglied

Kontakt ‚Stolpersteine':
Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG), AG Hannover
Tel. (0511) 234 35 72
www.dig-hannover.de
Netzwerk-Mitglied

 

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