Netzwerk Erinnerung+Zukunft in der Region Hannover

Förderverein Gedenkstätte Ahlem e.V.
Heisterbergallee 10
30453 Hannover-Ahlem
Telefon: 0511 47 39 76 98
E-Mail: fv.ged.ahlem@t-online.de

„Abgeschoben in den Tod. Die Deportation von 1001 jüdischen Hannoveranerinnen und Hannoveranern am 15. Dezember 1941 nach Riga“

1001 Lichter vor dem Neuen Rathaus. Foto: Projekt Erinnerungskultur- Landeshauptstadt Hannover
1001 Lichter vor dem Neuen Rathaus. Foto: Projekt Erinnerungskultur- Landeshauptstadt Hannover

Am 15. Dezember 1941 wurden 1001 jüdische Kinder, Frauen und Männer von Hannover nach Riga verschleppt, in der Verwaltungssprache hieß es: Sie wurden „abgeschoben“.

Die Ausstellung „Abgeschoben in den Tod – Die Deportation von 1001 jüdischen Hannoveranerinnen und Hannoveranern am 15. Dezember 1941 nach Riga“ der Landeshauptstadt Hannover – Projekt Erinnerungskultur  – zeigte 70 Jahre nach der Deportation die chronologischen Ereignisse und die historischen Kontexte dieser menschenverachtenden Aktion und beleuchtete anhand von exemplarischen Biographien die individuellen Schicksale der Riga-Deportierten. Die Ausstellung, die vom 15. Dezember 2011 bis zum 27. Januar 2012 im Bürgersaal im Neuen Rathaus zu sehen war,  klärte erstmals umfassend dieses Kapitel der hannoverschen Stadtgeschichte auf. Die Inhalte der Ausstellung stehen durch die Publikation eines Ausstellungskatalogs nachhaltig zur Verfügung.

Das Netzwerk Erinnerung und Zukunft hat sich durch das Angebot eines pädagogischen Programms an diesem Projekt beteiligt. Zwei junge Historiker haben im Team mit Museumspädagogen und weiteren Historikern ein Konzept entwickelt, Schülerinnen und Schüler durch die Ausstellung begleitet und durch vertiefende Fragestellungen eine umfassende Auseinandersetzung der Jugendlichen mit diesem Thema angeregt.

 

„Gedenken erleben – Erinnerung gestalten“

Die öffentliche Bekanntmachung von Veranstaltungen der historisch-politischen Bildungsarbeit in Form des Halbjahresprogramms wurde 2011 weiter fortgesetzt:

Der Flyer „Gedenken erleben – Erinnerung gestalten“ zeigte die Vielzahl von Veranstaltungen in der Stadt und der Region Hannover auf. Das Programm umfasste die Veranstaltungen des 2. Halbjahres -  von den Gedenkfeiern zum Hiroshima-Gedenktag am 6.8.2011 bis hin zu dem Gedenken anlässlich des Holocaust-Gedenktages  am 27.01.2012. Neben den Veranstaltungen zu Gedenktagen umfasste der Flyer auch diesmal wieder eine Vielzahl von weiteren Veranstaltungen, wie Vorträge, Kundgebungen und Exkursionen.

Flyer "Gedenken erleben - Erinnerung gestalten": Download (PDF)

 

„Rukeli oder die Regeln des Respekts - Geschichte(n) der Sinti in Hannover erzählen“

„Temporäres Denkmal für Johann 'Rukeli' Trollmann“, Ballhofplatz Hannover. Foto Julia Berlit-Jackstien
„Temporäres Denkmal für Johann 'Rukeli' Trollmann“, Ballhofplatz Hannover. Foto Julia Berlit-Jackstien
Schülerinnen und Schüler am Denkmal. Foto Julia Berlit-Jackstien
Schülerinnen und Schüler am Denkmal. Foto Julia Berlit-Jackstien

Der hannoversche Boxer Johann „Rukeli“ Trollmann wurde 1933 deutscher Meister im Halbschwergewicht. Aufgrund seiner sinti-deutschen Herkunft wurde ihm der Meisterschaftstitel von den Nationalsozialisten wieder aberkannt, er wurde diskriminiert, verfolgt und schließlich im Konzentrationslager ermordet.

Mit dem Aufstellen des Objekts „9841 - Temporäres Denkmal für Johann „Rukeli“ Trollmann“ der Künstler-Bewegung NURR (Alekos Hofstetter/Christian Steuer) und Florian Göpfert, ließ das Projekt „Rukeli oder die Regeln des Respekts – Geschichte(n) der Sinti in Hannover erzählen“ die Erinnerung an Johann Trollmann in der Mitte der Stadtöffentlichkeit aufleben. Vom 12.Mai bis zum 30. Juni 2011 war das Temporäre Denkmal auf dem Ballhofplatz zu sehen.

Das Netzwerk Erinnerung und Zukunft und die Landeshauptstadt Hannover – Projekt Erinnerungskultur - haben in Zusammenarbeit mit vielen Kooperationspartner neben dem Aufstellen des Temporären Denkmals in einem umfangreichen Begleitprogramm über das Leben von Rukeli Trollmann und die heutige Lebenssituation von jungen Sinti informiert. Für Schülerinnen und Schüler wurde in Zusammenarbeit mit dem Schauspiel Hannover ein theaterpädagogisches Programm im Ballhof-Theater angeboten.

Das Projekt wurde mit dem großen Musikfestival „Begegnung im Herzen der Stadt“ abgeschlossen.

 

Vielfalt der Erinnerung - Kultur des Respekts

Bild: Frank Straßburger

Zum dritten Mal in Folge veröffentlicht das Netzwerk Erinnerung und Zukunft in der Region Hannover einen Veranstaltungsflyer und setzt somit die wichtige Aufgabe weiter fort, dass erstaunliche Engagement im Bereich der historisch-politischen Bildung in der Region Hannover sichtbar zu machen.
Veranstaltungen zu den Themen Nationalsozialismus in Hannover, die heutige Beschäftigung und Aufarbeitung dieses Unrechtsregimes bis hin zu aktuellen Fragestellungen von Interkulturalität und der „Kultur des Respekts“ werden thematisiert.

Die große inhaltliche Vielfalt des aktuellen Veranstaltungsflyers drückt sich auch in einer Vielfalt der Veranstaltungsformen aus: Fachvorträge, Spaziergänge, Tagungen, Konzerte, ein temporäres Denkmal bis hin zu einer internationalen Jugendbegegnung schaffen vielschichtige Formen der Auseinandersetzung.