Das Netzwerk Erinnerung und Zukunft hat seit seiner Gründung, im Verbund mit Projektpartnern und Unterstützern, zahlreiche Projekte der historischen und politischen Bildung durchgeführt. Gemeinsames Ziel war das „Lernen aus der Geschichte“ für die Gegenwart, gemeinsame Methodik war die aktive Auseinandersetzung mit einer Biografie oder einem Verbrechenskomplex, gemeinsames Ergebnis war ein sicht- oder hörbares Produkt: eine Dokumentation, Präsentation oder ein Theaterstück. Im Folgenden finden Sie ein Archiv dieser Projektarbeiten.
• Die Ausstellung „Abgeschoben in den Tod – Die Deportation von 1001 jüdischen Hannoveranerinnen und Hannoveranern am 15. Dezember 1941 nach Riga“ zeigte 70 Jahre nach der Deportation die chronologischen Ereignisse und die historischen Kontexte dieser menschenverachtenden Aktion. Sie beleuchtete anhand von exemplarischen Biographien die individuellen Schicksale der Riga-Deportierten, thematisierte aber ebenso die Hintergründe der Täter. Zur Ausstellung erschien ein Katalog. Sie wurde begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm einschließlich des internationalen Symposiums „Erinnerungskultur als pädagogische und bildungspolitische Herausforderung“.
• Das Schicksal des hannoverschen Sinto-Boxers Johann „Rukeli“ Trollmann ist erst in den letzten Jahren in das Bewusstsein der Öffentlichkeit getreten. Seit 2004 erinnert der Johann-Trollmann-Weg an ihn; seit 2008/09 sind zwei Stolpersteine in der Nähe der ehemaligen Wohnung der Familie Trollmann in Hannovers Altstadt für Rukeli und seinen jüngeren Bruder Heinrich, der in Auschwitz ermordet wurde, verlegt worden. Das Projekt „Rukeli oder die Regeln des Respekts“ verankerte im Jahre 2011 mit einem Denkmal auf dem Ballhofplatz das Gedächtnis an den ehemaligen Box-Champion buchstäblich im Herzen der Stadt. Hinzu kam ein breites Rahmenprogramm mit Lesungen und Kulturveranstaltungen, Theaterworkshops, Stadtteilführungen, einer begleitenden Ausstellung sowie Angeboten an Schulklassen.
• Im Frühjahr 2011 fand in Hannover erstmalig eine internationale Jugendbegegnung mit dem inhaltlichen Schwerpunkt der Erinnerungskultur statt. Gemeinsam haben Schülerinnen und Schüler aus Russland, Polen und Frankreich zusammen mit hannoverschen Jugendlichen in Workshops eine Aufführung zum Tag der Befreiung vorbereitet und ihre Ergebnisse bei der öffentlichen Gedenkveranstaltung am 7. Mai 2011 vor dem Ehrenmal am Maschsee-Nordufer präsentiert.
• Vor dem 60. Jahrestag des Grundgesetzes arbeiteten seit 2008 eine Reihe von Schulprojekten unter der Fragestellung: Welche historischen Erfahrungen lagen hinter den Verfassern des Grundgesetzes 1949 und was veranlasste sie dazu, der ‚Würde des Menschen’ im Artikel 1 der Grundrechte einen zentralen Stellenwert zu geben? Und was bedeutet Würde ganz konkret den Schülerinnen und Schülern heute? – In diesem Zusammenhang entstanden auch biografische Materialien zu Verfolgungsschicksalen, die sie alphabetisch geordnet unter „Biografien“ finden.