Netzwerk Erinnerung+Zukunft in der Region Hannover

Förderverein Gedenkstätte Ahlem e.V.
Heisterbergallee 10
30453 Hannover-Ahlem
Telefon: 0511 47 39 76 98
E-Mail: fv.ged.ahlem@t-online.de

Workshop und Werkstatt

In einem Workshop am 2.12.2008 beschäftigten wir uns zunächst mit dem Ort; wir besichtigten die Gedenkstätte Ahlem und das Gelände, auf dem sich früher die Israelitische Gartenbauschule Ahlem befunden hat.

Wir sahen uns verschiedene ’Orte der Trauer’ an:

  • Das Tor – durch dieses Tor, das heute, leicht versetzt zum historischen Ort, als Ort offizieller Gedenkfeiern gilt, sind die jüdischen Bürgerinnen und Bürger in die deportiert worden – und nur sehr wenige haben überlebt. 2.174  Menschen sind aus der heutigen Region Hannover und dem südlichen Niedersachsen über Ahlem verschleppt worden, davon 1.001 Menschen am 15.12.1941.
  • Der Platz der ehemaligen Laubhütte, der an die Hinrichtungsstätte erinnert, die hier 1945 von der Gestapo eingerichtet wurde. Hier wird heute an 72 Menschen gedacht, die als Zwangsarbeiter nach Hannover  verschleppt worden waren und hier von der Gestapo ermordet wurden. Daneben steht ein Baum, dem man heute noch die Spuren vom Brand der Laubhütte ansehen kann. Kurz vor der Befreiung durch die Alliierten, im April 1945, brachten die Nationalsozialisten alle Unterlagen der Gestapostelle in die Laubhütte und zündeten sie an, um ihre Spuren zu verwischen.Das zweite Thema des Workshops war jüdische Trauerkultur.

Wenn wir um die Menschen trauern, die über Ahlem deportiert wurden und danach umgebracht wurden, trauern wir um Menschen, die nie ein würdiges Begräbnis erhalten haben. Wie wären sie bestattet worden, wenn sie einen natürlichen Tod gestorben wären? Um diese Frage zu beantworten haben wir uns mit jüdischer Trauerkultur beschäftigt.

Als Material diente uns dazu:

Am 12.2.2009 ging es an die Arbeit in der Werkstatt mit der Ausbilderin Johanna Glowka. Künstlerische Ausdrucksformen standen im Mittelpunkt, als sich die Meisterschülerinnen der Floristen mit diesen Orten beschäftigten. Die Entscheidung, an welchen Ort mit dem Gesteck gedacht werden sollte, war jeder der Meisterschülerinnen frei gestellt.

Auch Vorgaben zu Größe oder Gestalt der Werkstücke gab es keine, jede Schülerin war frei in der Gestaltung. Dauerhaft sollte es sein und einen direkten Bezug zu dem ausgewählten Ort zeigen. Abseits der "normalen" Trauerfloristik galt es, ein anspruchsvolles Werkstück zu kreieren und umzusetzen, wobei Materialeigenschaften und ein zeitlicher Rahmen Grenzen aufzeigen. Gestalterische Grundlagen wie Farbenlehre und Proportion mussten wie bei jedem Werkstück beachtet werden und eine saubere technische Verarbeitung mussten selbstverständlich sein.

Justus von Liebig Schule -Floristenmeisterschule
(Fotoserie aus der Werkstatt)

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