Orte der Erinnerung

Bild 105: Gedenkanlage für die jüdischen Opfer in Wunstorf (Quelle: Raimond Reiter)
Bild 105: Gedenkanlage für die jüdischen Opfer in Wunstorf (Quelle: Raimond Reiter)
Bild 104: Mahnmal im Innenhof Klinikum der Region Hannover Wunstorf (ehemaliges Landeskrankenhaus Wunstorf) (Quelle: Raimond Reiter)
Bild 104: Mahnmal im Innenhof Klinikum der Region Hannover Wunstorf (ehemaliges Landeskrankenhaus Wunstorf) (Quelle: Raimond Reiter)

Wunstorf

60
Mahnmal zur Erinnerung an die ermordeten
jüdischen Bürgerinnen und Bürger
An der Abtei, Wasserzucht 1

An die jüdischen Opfer in Wunstorf erinnert eine beeindruckende begehbare Gedenkanlage bei der Abtei, Wasserzucht 1. Sie besteht aus einem drehbaren Relief, das in stilisierter Form Gefangene hinter Stacheldraht zeigt. Sieben ins Pflaster eingelassene Arme führen zu sieben Tafeln. Auf den Tafeln befinden sich die Namen von 42 jüdischen Bürgern, die Opfer des Holocausts wurden. Eine kleine Tafel gibt folgende Erläuterung: 

„Mahnmal zur Erinnerung der ermordeten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger Wunstorfs während der NS Zeit.“

Erschaffen wurde das Objekt 2002 vom Steinbildhauer Ostap Rebmann. Eine Wanderausstellung mit dem Titel „Sie waren Bürger Wunstorfs“ zeigt das Leben und den Weg in die Vernichtung der Wunstorferinnen und Wunstorfer jüdischen Glaubens. Sie ist beim ‚Bürgerkomitee Weiße Rose’ ausleihbar.

Auf der Internetseite der Stadt www.wunstorf.de befinden sich unter "Kultur und Archiv" / "Kleines historisches Wunstorf-Lexikon" Informationen zur ehemaligen jüdischen Gemeinde, ein Namensverzeichnis der ermordeten jüdischen Bürger (PDF) sowie Hinweise zu den Friedhöfen an der Straße Nordrehr und am Hohen Holz unweit des Wasserwerks; dort sind Angehörige der jüdischen Gemeinden Hagenburgs und Steinhudes im 18. und 19. Jahrhundert begraben.

"Rathausblick" - 02.02.08 von wunstorf-tv mit einem Bericht über die Ausstellung "Wunstorf 1933 - Die Nationalsozialisten an der Macht": Link

Literatur: 98


Auf der Karte zu finden unter:
60. Mahnmal zur Erinnerung an die ermordeten
jüdischen Bürgerinnen und Bürger

Gedenkanlage: Am Ende der Straße ‚Wasserzucht’, vor dem Gebäude der früheren Abtei

Anfahrt:
Für die Anfahrt informieren Sie sich bitte unter www.efa.de

Kontakt:

Stadt Wunstorf
Südstraße 1, 31515 Wunstorf
Tel. (05031) 10 12 42

www.wunstorf.de


Kontakt:
Für die Wanderausstellung „Sie waren Bürger Wunstorfs":
"Weiße Rose" - Wunstorf gegen Rassismus und rechte Gewalt"
Thomas Winz
E-Mail: weisse-rose-wunstorf[at]web.de


61
Mahnmal zur Erinnerung
an ermordete Patientinnen und Patienten
Klinikum Region Hannover Wunstorf


Die Inschrift auf der Gedenktafel lautet:

„Wir gedenken der Patientinnen und Patienten, die durch das Naziregime aus der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Wunstorf abtransportiert und grausam ermordet wurden. Im September 1940 wurden 158 psychisch Kranke jüdischer Abstammung aus ganz Norddeutschland hierher verbracht und am 27.9.1940 zum Zuchthaus Brandenburg in den Gastod geschickt. Vom 23.4.1941 bis zum 1.8.1941 wurden 212 Kranke, die wegen ihrer psychischen und Nervenleiden als lebensunwert eingestuft wurden, durch drei Transporte in die Anstalten Idstein, Scheuern und Eichberg und von dort in Tötungsanstalten gebracht.Gedenken macht Leben menschlich. Vergessen macht es unmenschlich.“

Im Jahre 2001 wurde auf dem Gelände des Landeskrankenhauses Wunstorf ein Mahnmal für die Opfer der nationalsozialistischen Psychiatrie der Öffentlichkeit übergeben. Es steht für jüdische Opfer unter den Patienten der Anstaltspsychiatrie in Norddeutschland und für Opfer der so genannten ‚T4-Aktion’ im Zweiten Weltkrieg. Patienten jüdischen Glaubens wurden 1940 aus ganz Norddeutschland auf Anordnung des Reichsministers des Inneren unter großer Geheimhaltung in Wunstorf zusammengezogen. Die Durchführung lag bei einer Tarnorganisation der SS. Am 27. September 1940 wurden sie in einer im alten Zuchthaus Brandenburg unter der Tarnbezeichnung ‚Landespflegeanstalt’ eingerichteten Anlage getötet. Weitere Opfer der Psychiatrie im Nationalsozialismus in der Region Hannover gab es unter den Patienten Langenhagens.

Informationen zu einer ausleihbaren Ausstellung zum Thema ‚Psychiatrie im Dritten Reich in Niedersachsen' unter:
http://www.pk.lueneburg.de/gedenkstaette/
wanderausstellung.html



Literatur: 78, 100


61. Mahnmal zur Erinnerung an ermordete
Patientinnen und Patienten

Das Mahnmal befindet sich im Innenhof des Klinikum Region Hannover Wunstorf. Eingang über die Südstraße 25, dann links auf einer Rasenfläche gelegen.

Anfahrt: Für die Anfahrt informieren Sie sich bitte unter
www.efa.de

Kontakt:

Klinikum Region Hannover Wunstorf GmbH
Südstraße 25, 31515 Wunstorf
Tel. (05031) 93-0
Fax. (05031) 93 12 07
E-mail: info.wunstorf[at]krh.eu
Internet: www.krh.eu/wunstorf
Dort unter: Wir über uns / Geschichte in einer Zeittafel einige Hinweise zu Zwangssterilisierungen und zur Ermordung von Patienten

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