Eheleute Hermann und Rosalie Cohn geb. Lindenbaum, Johanna Schweitzer und Helene Vogelsang

Stolpersteine in der Gartenstraße 9 für Hermann Cohn und Rosalie Cohn geb. Lindenbaum

Hermann Alexander Cohn war der letzte Vorsteher der Synagogengemeinde in Burgdorf. Er ist am 12. September 1882 in Burgdorf geboren worden. Sein Vater David hatte in der Feldstrasse 7 eine Schlachterei gegründet. In diesem Haus sind Hermann, seine Brüder Carl, Julius und Emil und seien Schwestern Johanna und Helene zur Welt gekommen. Aber das Haus Gartenstrasse 9, das Vater David 1909 gebaut hat,  mit der großen Schlachterei wurde zum Mittelpunkt der Familie.
Die vier Cohn-Brüder haben alle im ersten Weltkrieg als Soldaten ihrem Vaterland gedient. Carl ist 1916 in Frankreich gefallen. Hermann zog sich in Mazedonien eine Malaria-Erkrankung zu, unter der er das ganze weitere Leben  zu leiden hatte.
Seine Frau Rosalie Cohn geb. Lindenbaum wurde am 8. Oktober 1884 in Dortmund-Huckarde geboren. Das Ehepaar hatte eine Tochter Senta, die im Mai 1939 nach London emigrieren konnte. Sie ist im März 2007 in Berlin im Alter von 93 Jahren gestorben.

Hermann Cohn wollte mit seiner Frau Rosalie nach Australien ausreisen, ist dann aber doch in Burgdorf geblieben. Am 6. Dezember 1941 sind beide nach Riga deportiert und dort 1942 ermordet worden. Das Todesdatum ist unbekannt.
Riga-Überlebende, das Ehepaar Katz aus Lehrte, haben berichtet, Hermann Cohn habe einen schweren Tod gehabt.

Johanna wurde mit ihrem Mann Benedict Schweitzer im Juli 1942 nach Minsk deportiert und dort ermordet. Helene heiratete den Schlachtermeister Ludwig Vogelsang, der bereits 1938 starb. Sie selbst ist im Januar 1942 nach Riga deprotiert worden, wo sie mit ihrem Bruder Hermann und fünf anderen Verwandten ermordet wurde. Ihre beiden Söhne Paul und Alfred, sowie dessen Frau Dorothea sind in Auschwitz ums Leben gekommen.


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