Netzwerk Erinnerung+Zukunft in der Region Hannover

Förderverein Gedenkstätte Ahlem e.V.
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Jenny Steinberg, geb. Lessing und Sohn Henri

Stolpersteine in der Marktstraße 43 für Jenny Steinberg geb. Lessing und Henri Steinberg

Jenny Steinberg wurde am 7. Oktober 1855 in Hamburg geboren. Ihr Mädchenname lautet Lessing. Jenny lebte ihr ganzes Leben lang in Burgdorf. Sie war Hausfrau und hatte einen Sohn, Henri Steinberg. Henri hat lange hier gelebt, ist dann nach Hamburg gezogen. Der einzige Kontakt zu seiner Mutter war durch das Telefon möglich. Jenny konnte zum Anfang des Nationalsozialismus' noch von ihren Nachbarn aus telefonieren, später wurde ihr auch dieses verboten. Als Jenny 85 Jahre alt war durften Juden nur nach 17 Uhr einkaufen gehen. Sie war gerade auf dem Weg nach Hause, als sie von "ganz normalen" Burgdorfern vom Bürgersteig geschubst, bespuckt und als "Judensau" beschimpft wurde. Diese Burgdorfer waren alles Bekannte, die Jenny schon ihr Leben lang kannte. Als Jenny dann eines Tages ihren Pass abgeben musste, beging sie Selbstmord. Ihr Gedanke war wahrscheinlich: "Lieber tot, als ein Niemand!" Der Tag der Passabnahme ist auch ihr Todesdatum. Henri wurde ins KZ deportiert, überlebte jedoch. Er kann bis heute seine Geschichte nicht erzählen. "Zu schlimm ist der Schmerz, der Hass, die Wut und die Trauer an diese Zeit!"