Netzwerk Erinnerung+Zukunft in der Region Hannover

Förderverein Gedenkstätte Ahlem e.V.
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Täter-Biografien

Unsere Erinnerung muß in erster Linie den Opfer dienen, die so gelitten haben und von denen soviele bestialisch ermordet wurden.

Aber auch an die  Täter muss erinnert werden. Sie stammen überwiegend  aus der bürgerlichen Gesellschaft,  dementsprechend intelligent und gebildet. Dennoch folgten sie unkritisch einer menschenfeindlichen  Ideologie.  Sie begingen in Hannover und Umgebung unvorstellbar grausame Verbrechen - in den meisten Fällen aus eigenem Antrieb. Auf den folgenden Seiten stellen wir stellvertretend für viele ausgewählte  Täter vor.

In späteren Gerichtsprozessen wurden nur wenige Täter bestraft. Viele der Bestraften entließ man vorzeitig aus dem Gefängnis. Die meisten Angeklagten führten zur Entschuldigung an, die Verbrechen seien ihnen befohlen worden.

Das dies nicht die Regel war, zeigt das Beispiel Erich Schultz:

 

 

Erich Schultz, Mittelschullehrer aus Soltau,kam im Winter 1944/45 als Notdienstverpflichteter zur Gestapo-Außenstelle in Ahlem. Als Joost Anfang April 1945 die Mitarbeiter der Ahlemer Dienststelle über die bevorstehende Exekution informierte und dazu aufforderte, sich zu melden, wenn man sich nicht in der Lage fühle, sich daran zu beteiligen, hatte Schultz als einziger den Mut, sich zu melden. Tatsächlich konnte er danach unbehelligt nach Hause gehen.