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Gedenkstein am Bahnhof Fischerhof
Hannover-Linden
--> Humboldtschule (Fischerhof)
Vor dem alten Bahnhof Fischerhof in Hannover-Linden steht ein Gedenkstein, der vom Niedersächsischen Verband Deutscher Sinti gestiftet und am 1. März 1996 eingeweiht worden ist. Seine Form erinnert an die traditionelle Darstellung der zwei Tafeln des Dekalogs. Er trägt die Inschrift „Für alle Verfolgten des Nationalsozialismus“ und – in der Tradition von Sinti-Grabsteinen – zwei Symbole: ein ‚Z’, die in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern gebrauchte Kennzeichnung der ‚Zigeuner’, als Symbol für die Sinti und Roma und den Davidstern als Symbol für das jüdische Volk. Der Gedenkstein wurde vom Niedersächsischen Verband Deutscher Sinti bewusst allen Verfolgten des Nationalsozialismus gewidmet. Der Verband wollte ein Zeichen setzen, weil bei Holocaust-Denkmälern häufig die Sinti und Roma ‚vergessen’ wurden.
Über den etwas abgelegenen Bahnhof Fischerhof in Linden wurden die meisten Transporte von Opfern der rassistischen Verfolgung des NS-Regimes aus dem südlichen Niedersachsen in die Ghettos und Vernichtungslager im Osten abgewickelt. Sieben der acht von der Gestapoleitstelle Hannover organisierten Transporte mit jüdischen Opfern, insgesamt 2.174 Personen, die zuvor in dem Sammellager in der Israelitischen Gartenbauschule Ahlem 8 zusammengezogen worden waren, wurden zwischen dem 15. Dezember 1941 und dem 11. Januar 1944 von diesem Bahnhof nach Riga, Warschau, Auschwitz und Theresienstadt deportiert. Besonders beim zweiten Transport, der am Abend des 31. März 1942 nach Warschau abgehen sollte, kam es zu chaotischen Szenen, als die 491 Menschen, nachdem sie fünf Stunden frierend im strömenden Regen auf dem Bahnsteig auf den verspäteten Zug hatten warten müssen, von der Gestapo wahllos in die zum Teil schon überfüllten Wagen gepresst wurden. Auch der große Auschwitz-Transport von Anfang März 1943, mit dem von der Kriminalpolizeileitstelle Hannover etwa 100 Sinti aus Hannover und mindestens 25 Sinti aus der Umgebung in das ‚Zigeunerfamilienlager’ nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurden, ging über diesen Bahnhof.
Andererseits trafen KZ-Häftlinge aus Ravensbrück, Mauthausen und Auschwitz, die in der Rüstungsindustrie Hannovers eingesetzt werden sollten, in Güterzügen auf dem Bahnhof Fischerhof ein und wurden von hier aus auf ihre Einsatzorte verteilt.
Informationen zum Bahnhof Fischerhof bei Wikipedia
Literatur: 11, 40, 41, 76
Auf der Karte zu finden unter:
22 Gedenkstein am Bahnhof Fischerhof
Anfahrt: S-Bahnlinien S1,S2,S5, Buslinien 100 und 200
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Tel. (0511) 79 60 61
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Verein für Geschichte und Leben der Sinti und Roma in Niedersachsen e.V.
Reinhold Baaske
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